Theres` war auch hier: Therese von Hildburghausen als evangelische Königin im katholischen Bayern

Donnerstag, 6. Februar 2020

Referentin: Dr. Jutta Göller
Nach ihr wurde die Theresien-Wiese zu Füßen der Bavaria in München benannt, auf der jedes Jahr das Oktoberfest stattfindet. Therese von Hildburghausen (1792–1854), die zweite von drei evangelischen Königinnen in Bayern. Sie kam als Königin auch nach Kelheim. Nach der feierlichen Einweihung der Walhalla reiste die fürstliche Gesellschaft am 19. Oktober 1842 nach Kelheim zur Grundsteinlegung der Befreiungshalle. Auch Königin Therese vollzog nach ihrem Gemahl König Ludwig I. einen zeremoniellen Hammerschlag auf den Grundstein der Befreiungshalle. Darauf folge im Deutschen Hof ein festliches Bankett. Therese hatte bereits eine protestantische Schwiegermutter, Königin Caroline. Bei dem Begräbnis 1841 in München war es zu einem Eklat gekommen, verursacht durch den katholischen Klerus. König Ludwig I (1786–1868, König 1825–48) wollte für seine evangelische Frau einen ähnlichen Skandal vermeiden und plante deshalb eine neue Begräbnisstätte. Der Vortrag beleuchtet die Besonderheiten und Schwierigkeiten einer gemischt-konfessionellen königlichen Ehe. König Ludwig I. war auch ein großer Frauenverehrer und -liebhaber. Seine Affäre mit Lola Montez kostete ihn 1848 den Thron. Wie wurde Königin Therese mit den Liebschaften ihres Mannes fertig? Hat er sie überhaupt geliebt und war es eine glückliche Ehe?
Antworten auf diese Frage, auch im Rahmen der „Mentalitätsgeschichte“, gibt Dr. Jutta Göller in diesem Vortrag.